NH35A: Technische Daten, Herkunft und Datum richtig einordnen

Das NH35A ist ein mechanisches Automatikwerk mit Handaufzug, Sekundenstopp und Datum. Für seine Einordnung zählen die genaue Ausführung und die zugehörigen Unterlagen. Dieser Beitrag erklärt die offiziellen TMI-Angaben und ihre Grenzen; es wurde kein eigenes Exemplar untersucht. [1, 3]

NH35 oder NH35A: Welche Unterlage gehört zum Werk?

TMI führt das Werk in der Produktübersicht als NH35, während Spezifikation und technischer Leitfaden NH35A nennen. [1–3] Eine verkürzte Angebotsbezeichnung allein dokumentiert jedoch noch nicht die konkret verbaute Ausführung. Für die Zuordnung sind die Unterlagen der Uhr und nachvollziehbare Angaben zum eingebauten Werk hilfreicher als ein bloßer Modellname im Verkaufstext.

TMI erklärt in seinem Unternehmensrückblick, die TMI-Markenkennzeichnung 2020 eingeführt zu haben. [5] Daraus lässt sich kein Herstellungsdatum einer einzelnen Uhr ablesen. Bei unklarer Kennzeichnung sollte die Zuordnung offenbleiben, bis passende Belege vorliegen. Eine sichtbare Beschriftung ist ein dokumentierbarer Hinweis, aber für sich genommen keine vollständige Echtheitsprüfung.

Acht technische Angaben zum NH35A

MerkmalOffizielle Angabe
AnzeigeZentrale Stunde, Minute und Sekunde; Datum
Aufzug und EinstellenAutomatik und Handaufzug; Sekundenstopp und Datumsschnellkorrektur
Durchmesser27,40 mm außen; 29,36 mm mit Zifferblatthaltering
Werkhöhe5,32 mm
Frequenz21.600 Halbschwingungen pro Stunde, entsprechend 3 Hz
Lagersteine24
Statische Gangangabe−20 bis +40 Sekunden pro Tag unter den angegebenen Messbedingungen
LaufzeitMehr als 41 Stunden nach Vollaufzug, geprüft in Lage Zifferblatt oben
Angaben nach [1–3]. Hersteller-/Anbieterwerte, keine Messergebnisse dieses Projekts. 3 Hz entsprechen 21.600 ÷ 3.600 ÷ 2.

Die beiden Durchmesser beschreiben unterschiedliche Bezugspunkte. Wer 27,40 und 29,36 mm vergleicht, sollte daher zuerst prüfen, ob der Haltering mitgemessen wird. Auch die Werkhöhe ist nicht die Gesamthöhe einer fertigen Uhr. Das verhindert vermeintliche Widersprüche zwischen Angaben, die tatsächlich verschiedene Maße beschreiben.

Herkunft: Japan oder Malaysia ist keine Einzelzuordnung

Die TMI-Produktübersicht nennt für das NH35 Japan oder Malaysia als Herkunft. [1] Aus dem Kalibernamen allein folgt deshalb nicht, dass das konkrete Werk in Japan hergestellt wurde. Ebenso wenig lässt sich damit der Herstellungsort von Gehäuse, Zifferblatt, Armband oder kompletter Uhr bestimmen.

Sinnvoll ist eine getrennte Dokumentation: Was sagt der Anbieter über dieses Exemplar, welche Kennzeichnung ist erkennbar und welche Unterlage bezieht sich tatsächlich darauf? Fehlt ein individueller Beleg, lautet die belastbare Aussage „Herkunft des konkreten Exemplars nicht verifiziert“. Weitere Beispiele für solche Zuordnungen stehen unter Uhrwerk-Herkunft prüfen.

Handaufzug, Sekundenstopp und Datum

Die Betriebsanleitung nennt Handaufzug durch Drehen der Krone im Uhrzeigersinn in Normalstellung. Zum Stellen der Uhrzeit wird die zweite Rastposition verwendet; nach dem Einstellen kommt die Krone zurück in Normalstellung. Für die Datumsschnellkorrektur ist die erste Rastposition vorgesehen, mit Drehung gegen den Uhrzeigersinn. Die Anleitung verlangt außerdem eine korrekte Tag-/Nachtzuordnung. [3, 4]

Zwischen 21:00 und 04:00 Uhr darf die Datumsschnellkorrektur laut TMI nicht verwendet werden, da es sonst zu einer Fehlfunktion kommen kann. [4] Maßgeblich ist die eingestellte Zeit der Uhr. Ist unklar, ob sie Vormittag oder Abend anzeigt, zuerst die passende Anleitung heranziehen. Modellbezogene Hinweise zum Kronenverschluss bleiben ebenfalls zu beachten.

Die Anleitung Datum richtig einstellen hilft bei dieser Zuordnung. Das Zeitfenster eines anderen Kalibers darf nicht ungeprüft übernommen werden. Wer etwa parallel die Angaben zum Miyota 9015 liest, sollte die jeweilige Anleitung getrennt zuordnen.

Zeitwaage und Gangreserve: Bedingungen mitnotieren

Der technische Leitfaden nennt 53° Hebewinkel. Für die statische Gangprüfung beschreibt er 10–60 Minuten nach Vollaufzug, ohne aktiven Kalendereingriff, mit Zifferblatt oben, 9 oben und 6 oben. Als Messdauer nennt er 20 Sekunden mit einer Witschi WATCH EXPERT. [3] Diese Angaben erklären die Prüfvorgabe; sie bestätigen kein Messgerät oder Ergebnis dieses Projekts.

Der Hebewinkel wird eingegeben und ist keine gemessene Amplitude. Wie diese Größen zusammenhängen, erklärt Hebewinkel an der Zeitwaage. Eine kurze Messung dokumentiert den betreffenden Zeitraum und die betreffende Lage. Sie sollte nicht als Messung über einen ganzen Tragetag bezeichnet werden.

Auch bei der Laufzeit ist der Startzustand entscheidend. Ein wieder angelaufenes Werk ist nicht automatisch als vollständig aufgezogen dokumentiert. Wer die Katalogangabe am eigenen Exemplar untersuchen möchte, hält Aufzug, Start, Ablage und Stillstand fest. Das Vorgehen unter Gangreserve messen hilft, unbeabsichtigten zusätzlichen Aufzug und unklare Zeitangaben zu vermeiden.

Vier Behauptungen und die jeweils nötigen Belege

BehauptungWas konkret prüfen?Was offenbleibt
„In dieser Uhr steckt ein NH35A.“Uhrenreferenz, zugehörige Kaliberangabe und gegebenenfalls dokumentierte fachliche Identifikation.Ein allgemeines Datenblatt beweist den Einbau nicht.
„Dieses Werk stammt aus Japan.“Auf das Exemplar oder die Lieferung bezogene Angaben und nachvollziehbare Kennzeichnung.Die Produktfamilie kann laut TMI auch aus Malaysia stammen.
„Diese Uhr hält die Gangangabe ein.“Eigenes Messprotokoll mit Verfahren, Aufzug, Lagen, Dauer und Ergebnissen.Eine Katalogzahl oder ein Einzelbild ersetzt keine dokumentierte Prüfung.
„Dieses Ersatzwerk passt direkt.“Konkrete Ausführung, Halterung, Welle, Zeiger, Zifferblatt und Datumsposition.Gleicher Kalibername oder ähnlicher Durchmesser genügt nicht für jede Einbausituation.
Redaktionelle Belegprüfung. Die Tabelle ist weder ein Prüfbericht noch eine Zusage zur Austauschbarkeit.

Bei einem geplanten Ersatz sollte die Werkstatt die tatsächliche Ausführung prüfen. Die Übersicht Uhrwerk tauschen bündelt die dazu benötigten Angaben. Eine solche Prüfung muss nicht durch Vermutungen über ein Standardkaliber ersetzt werden.

Leere Vorlage für ein NH35A-Protokoll

Die folgende Vorlage dient der Zuordnung von Quellen und Beobachtungen. Unbekannte Angaben bleiben als unbekannt markiert. Für längere Messreihen kann sie mit dem Uhren-Prüfprotokoll kombiniert werden.

1. Uhr / Referenz / Kaliberangabe / Beleg der Ausführung: [eintragen]
2. Kennzeichnung / Herkunftsbeleg des Exemplars / offene Zuordnung: [eintragen]
3. Verwendete Unterlage / Version / URL / Abrufdatum: [eintragen]
4. Aufzug / Start / Gerät / Einstellungen / Lage / Messdauer: [eintragen]
5. Eigene Messergebnisse mit Einheiten / getrennte Katalogwerte: [eintragen oder nicht gemessen]
6. Abweichungen vom Verfahren / Beobachtungsgrenzen / offene Fragen: [eintragen]

English summary

This NH35A profile separates official specifications from evidence about an individual watch. TMI lists Japan or Malaysia as possible movement origins. Match the instructions and measurement conditions to the actual calibre, and keep catalogue values separate from observations. No physical sample was tested and no interchangeability is claimed.

Quellen und Transparenz

[1] TMI: Mechanical (NH0 & NH3), Abschnitt NH35. Produktbezeichnung, Frequenz, Lagersteine und Herkunftsangabe Japan oder Malaysia.

[2] TMI: NH35A, Specification and Drawing, Stand 16.11.2022. Deckblatt: Werkdurchmesser, Durchmesser mit Zifferblatthaltering und Werkhöhe.

[3] TMI: NH3 Series, Technical Guide, Stand 25.06.2025, gedruckte Seite 1. Spezifikation des NH35A: Funktionen, Messbedingungen, Hebewinkel und Laufzeit.

[4] TMI: NH3 Series, Operation Manual, Version 02, NH35A. Kronenpositionen, Handaufzug und Sperrzeit der Datumsschnellkorrektur.

[5] TMI: About Us, Abschnitt 2020s. Unternehmensrückblick zur Einführung der TMI-Markenkennzeichnung im Jahr 2020.

Redaktioneller Stand: 19. Oktober 2026. Verwendet wurden fünf offizielle TMI-Veröffentlichungen, darunter drei PDF-Dokumente. Sie stammen aus derselben Anbieterquelle und sind keine unabhängigen Vergleichstests. Die Belegprüfung und Vorlage sind redaktionelle Hilfen. Weder Herkunft noch Gang oder Laufzeit eines eigenen Prüfmusters wurden untersucht.

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